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Jubel in Köln, lange Gesichter in Leipzig. Die Messe Games Convention ist mittlerweile aus ihren engen Kleidern herausgewachsen und braucht mehr: größere und zahlreichere Hotels, eine bessere Infrastruktur, ein inspirierenderes kulturelles Umfeld. Und nicht zuletzt will die seit 2009 unter dem neuen Namen GAMESCom firmierende Veranstaltung von der Nähe zu den Großen in der Gaming-Branche profitieren. Was liegt da näher, als sich in deren neuem Mekka am Rhein ein neues Zuhause zu suchen?

Der Geschäftsführer des Entwickler-Verbands G.A.M.E. Stephan Reichert bringt es auf den Punkt: »Die maßgeblichen Produzenten sind hier.« Der weltweit bedeutendste Spiele-Publisher Electronic Arts etwa hat seine deutsche Niederlassung seit 2001 in Köln und lieferte mit Spielen wie »Fifa 07«, »Need for Speed Carbon« oder »Die Sims 2 Haustiere« reihenweise erfolgreiche Spiele ab.
Mit der Turtle Entertainment GmbH findet sich ein weiterer namhafter Publisher in der Domstadt, der mit der Electronic Sports League die größte europäische Liga für Computerspieler betreibt und mit seinem Liga-Portal www.esl.eu auch im Pay- und IP-TV-Geschäft mitmischt.

Spielerisch an die Spitze

Auf der anderen Seite hat RTL Television in Köln mit RTL Games im August 2007 einen eigenen Spieleableger gegründet. In NRW insgesamt sind bereits rund 30 Entwicklerstudios beheimatet, wobei es besonders auch die ganz Großen der Branche an den Rhein zieht.

Köln hat sich durch die hohe Unternehmensdichte eindeutig zum bedeutendsten Gaming-Standort der Region entwickelt, was die Politik wie auch die Unternehmen selbst durch den Aufbau enger Netzwerke honorieren. Turtle Entertainment hob mit Unterstützung der Stadt Köln das Netzwerk Gaming Gathering Cologne im Rahmen der c/o pop 2004 aus der Taufe. Daraus ist im Lauf der Zeit ein fester gemeinsamer Arbeitskreis der Verbände eco und G.A.M.E. geworden, der sich z.B. für die Zertifizierung von Online-Angeboten ausspricht. Es gibt inzwischen auch eine Kooperation mit dem BVDW.




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Neue Ausbildungswege

Mittlerweile hat Gaming auch den akademischen Zirkel erreicht: Die Fachhochschule Köln gründete das Cologne Game Lab, das den Grundstein für den Master-Studiengang Game Development & Research bildet. In diesem Fach stehen Game-Design, audiovisuelles Design, Programmierung und Management auf dem Stundenplan, und damit werden die für die zukünftige Entwicklung dringend benötigten Fachleute in Zusammenarbeit mit der Industrie ausgebildet.
»Das Cologne Game Lab basiert auf einem breiten Fundament wissenschaftlicher Forschung an der Fachhochschule Köln«, erklärt Rektor Prof. Dr. Joachim Metzner. »Die so gewonnenen neuen Erkenntnisse sind nicht nur für die Unterhaltungssoftware-Branche von Bedeutung, sondern dienen einem gesamtgesellschaftlichem Interesse.« Mit der regelmäßig stattfindenden Konferenz Clash of Realities kooperiert die Fachhochschule Köln zudem mit Electronic Arts und bringt Forscher, Politiker, Medienmacher und interessierte Laien zu Diskussionsrunden über aktuelle Trends in der interaktiven Unterhaltung zusammen.

Die Perspektive der Jugendlichen steht dagegen im Mittelpunkt des Jugendforums NRW, das von der Stadt Köln mit Unterstützung des Jugendministeriums NRW veranstaltet wird. Mit weiteren Angeboten von Electronic Arts und Turtle Entertainment im Rahmen der Schulmeisterschaften zieht das »Spielen für Bildung« viele Jugendliche an.


Köln zieht die Games-Branche magisch an

Allein in Deutschland erzielt die Gaming-Branche jährlich einen Umsatz von über 1 Mrd. Euro und beschäftigt schätzungsweise bis zu 15.000 Mitarbeiter. Weltweit werden die Umsätze gar auf insgesamt 15 bis 30 Mrd. Euro geschätzt. Daher ist auch der Prestigegewinn für den Standort nicht zu unterschätzen, der durch weltweit beachtete und spektakuläre Gaming-Events erzeugt wird. So fand 2008 das Finale des größten Videospiel-Events, der World Cyber Games, in Köln statt, womit sich die Domstadt im Wettbewerb gegen hochkarätige internationale Konkurrenz wie etwa Peking, Shanghai und Stockholm durchsetzen konnte. Rund 700 Spieler aus etwa 70 Nationen und etwa 25.000 Zuschauer lockte allein diese Veranstaltung in die Domstadt.

Dass Köln mittlerweile zur Hauptstadt der Games-Region NRW aufgestiegen ist, verdeutlicht wohl kaum ein Ereignis eindrucksvoller als der Umzug der bedeutendsten Computerspielmesse an den Rhein, die nun unter dem Namen GAMESCom das Zugpferd für die gesamte Branche darstellt. »Wir hoffen natürlich, dass auch die Computerindustrie künftig einen noch stärkeren Fokus auf Köln legt, dass sich Entwickler und Dienstleister hierher orientieren«, betont Koelnmesse-Geschäftsführer Oliver P. Kuhrt. »Wir sehen die Entscheidung für Köln nicht als eine Entscheidung gegen Leipzig, sondern für Deutschland. Wenn die Games Convention nicht aus Leipzig wegginge, wäre die Gefahr ganz groß, dass eine andere internationale Metropole das Thema aufgreifen und eine eigene Messe organisieren würde.«

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