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Chemie

Bayer

 

Bayer

 

Chemie & Energie

Als Friedrich Bayer und Johann Friedrich Weskott 1863 ihr Unternehmen zur Herstellung von Farbstoffen in Barmen bei Wuppertal gründeten, konnten sie nicht ahnen, dass daraus binnen eines halben Jahrhunderts eines der bedeutendsten Chemieunternehmen der Welt werden würde. Schon 1881 ging Bayer an die Börse und expandierte - vor allem dank reger Forschungstätigkeit und dem Aufbau einer pharmazeutischen Abteilung - so schnell, dass 1912 in Leverkusen ein neuer Firmensitz aufgebaut wurde. Und Bayer blieb dem Rhein bis heute treu.

Ab 2003 wurde Bayer nach und nach neu strukturiert, wobei einige Teile des Konzerns zu eigenständigen Unternehmen wurden. Bayer Chemicals und Bayer Health Care, letzteres ist ein führendes Unternehmen der Life-Science-Branche, wurden so ausgegliedert. 2005 folgte die Abtrennung von Lanxess, das als Spezialchemie- und Polymer-Produzent tätig ist. Unterdessen hat sich auch Lanxess im internationalen Geschäft durchgesetzt und ist beispielsweise am brasilianischen Kautschukgeschäft beteiligt.

Führend in der chemischen und pharmazeutischen Industrie

Mit rund 150 Unternehmen und 70.000 Beschäftigten zählt die Region Köln Bonn zu den führenden Chemie-Standorten Europas; die Branche erwirtschaftete in der Region einen Umsatz von knapp 18 Milliarden Euro, davon die Hälfte beim Export. Das ist ein Drittel des Gesamtumsatzes des verarbeitenden Gewerbes in diesem Wirtschaftsraum. Dies lässt sich zum einen auf die Infrastruktur zurückführen, die dank Anbindung an Autobahnen, den Schienenverkehr und natürlich den Rhein schnelle Transportwege garantiert. Daher konnten neben den bereits erwähnten auch Firmen wie Akzo, Böttcher, Bollig & Kemper, Dow, Basell, Evonik, Ineos und profine mehr als 250.000 Arbeitsplätze in der Region schaffen.

Besonders wichtig ist auch die »Plug and Go Infrastruktur« mit der Anbindung an das internationale Pipeline-Netz in den insgesamt sieben Chemieparks der Region, das den schnellen und kostengünstigen Transport großer Gütermengen garantiert. Die Chemieparks bieten unter anderem Energiedienste, technische Dienstleistungen, Entsorgungsanlagen, Management in allen Bereichen der Genehmigungsverfahren oder Werkssicherheit. Die Currenta betreibt den deutschlandweit größten Chemiepark in Leverkusen, in Hürth bietet der Chemiepark Knapsack die notwendigen Strukturen für die Branche.

Die InfraServ Knapsack ist Eigentümer und Betreibergesellschaft des Chemie- und Industrieparks Knapsack. Von dessen »Plug & Play« Konzept profitieren insbesondere Unternehmen aus Energie-intensiven Branchen wie der Chemie- und Prozessindustrie. Investoren entwickeln ihr Geschäftsmodell und können dabei auf eine umfassende Bandbreite an Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen zurückgreifen und schaffen sich Kosten- und Investitionsvorteile durch shared services. Ein Container-Terminal, Autobahn- und Hafenanbindung, Kraftwerkskapazitäten, Dampf und Energieversorgung, Kläranlagen, Entsorgungs- und Telekommunikationseinrichtungen bilden ein umfassendes Infrastruktrur- und Ressourcennetzwerk.
Von den 180 Hektar erschlossenen Industrieflächen stehen rund 40 Hektar frei zur Verfügung. Ein umfassender Mix von Dienstleistungen, ein Netzwerk von Wissen und Erfahrungen, flexible Behörden und eine tolerante Nachbarschaft bilden den idealen Rahmen für eine industrielle Ansiedlung im Herzen des Rheinlandes, dem wirtschaftlichen und kulturellen Drehkreuz Westeuropas.

Die Verbindungen zu den Seehäfen Rotterdam und Antwerpen über den Rhein werden durch moderne Hafenanlagen garantiert, etwa die Häfen in Niehl oder Godorf, die direkt auf die Erfordernisse der Chemiebranche zugeschnitten sind, beispielsweise mit modernen Öl- und Gasverladestationen. In diesem Umfeld finden sich zahlreiche Spezialanbieter für Chemielogistik, die für einen reibungslosen Transport der chemischen Produkte sorgen.



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Lanxess

 

 

BioTech und Energie

Ein besonders starkes Wachstum weisen die Unternehmen der Bio- und Gentechnologie auf: Über 50 Biotec-Firmen sind in den letzten Jahren in Nordrhein-Westfalen gegründet und mit 50 Millionen Euro vom Land gefördert worden. Zu den bedeutendsten zählen Schwarz Pharma oder Madaus. Auch weltweit bekannte Unternehmen, wie zum Beispiel Artemis Pharmaceuticals, amaxa biosystems, Memorec Biotec - eine Tochter von Miltenyi Biotec - oder Qiagen Operon haben sich erfolgreich angesiedelt. Dabei hat die Region auch junge innovative Unternehmen zu bieten: TumorTec hat beispielsweise den Kölner Innovationspreis gewonnen.

Dieses und andere Unternehmen profitieren von den Angeboten der Kölner Technologiezentren, dem Gründer- und Innovationszentrum (GIZ) im Technologiepark Köln, dem Technologie- und Gründerzentrum RTZ in Kalk oder auch Forschungszentren wie dem BioCampus Cologne in Bocklemünd. Auf der Grundlage des »Entwicklungskonzepts Biotechnologie« kann die infrastrukturelle Unterstützung für das Wachstum der Biotechnologiebranche bereitgestellt werden. Köln bietet somit ein außergewöhnliches Umfeld für Unternehmensansiedlungen und Gründungen, sowie hoch qualifiziertes Fachpersonal dank zahlreicher Ausbildungs- und Forschungsinstitute.

Dazu kommen innovative Energieunternehmen in der Region, die vor allem durch ihre Kompetenz in Sachen erneuerbare Energie auf sich aufmerksam machen. Führend ist hier die RheinEnergie, die mit Investitionen von rund 25 Millionen Euro die Energieeffizienz fördert, etwa mit dem Energie-Innovationsfonds zur Förderung von Pilotprojekten, die dem Energiesparen gewidmet sind.
Daneben ist eines der umsatzstärksten Energieunternehmen in Köln angesiedelt, RWE Power, das mit Kernenergie, Kohle, Gas und erneuerbaren Energien einen jährlichen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro generiert. Im nahe gelegenen Bonn findet sich mit SolarWorld ein führendes Unternehmen für Photovoltaik- und Windenergie-Anlagen.


Rheinland Raffinerie

 

 

 

 

Rheinland Raffinerie

Mit einer Rohölverarbeitungskapazität von rund 16,3 Millionen Tonnen pro Jahr ist die Rheinland Raffinerie die größte Raffinerie Deutschlands. Sie ist Teil des weltweit zweitgrößten Mineralölkonzerns, der Royal Dutch Shell plc, und gleichzeitig in der Region verwurzelt – auch über ihre wirtschaftlichen Aktivitäten hinaus. Entstanden ist sie im Jahr 2002 durch die Fusion der damaligen RWE DEA-Raffinerie in Wesseling und der Shell-Raffinerie in Köln-Godorf. Das Unternehmen beschäftigt auf einer Fläche von 440 Hektar – das entspricht der Größe von rund 550 Fußballfeldern – 1.600 festangestellte Mitarbeiter und bildet zur Zeit rund 100 Auszubildende aus. Zusätzlich sind regelmäßig bis zu 1.300 Mitarbeiter von Partnerfirmen im Werk tätig.

Die in den modernen Raffineriekomplexen in Köln-Godorf und Wesseling hergestellten Otto- und Dieselkraftstoffe, Düsentreibstoffe, Flüssiggase sowie das Heizöl tragen dazu bei, den wachsenden Energiebedarf in Deutschland zu decken. Allein mit den jährlich produzierten 2,84 Milliarden Litern Ottokraftstoff könnten bei einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometern mehr als 23 Millionen Menschen mit dem Auto von Hamburg nach München und zurück fahren. Darüber hinaus produziert das Unternehmen wichtige Grundstoffe für die chemische Industrie.

Natürlich engagiert sich die Raffinerie als einer der bedeutendsten Arbeitgeber der Region auch für die Bildung der Jugendlichen und ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn. Sie fördert lokale Vereine und Bürgerinitiativen sowie Bildungsprojekte für Klassen und einzelne Schüler. Die Raffinerie-Mitarbeiter stellen dabei ihr naturwissenschaftliches Expertenwissen und ihre Ausbildungskompetenz zur Verfügung. Auf diesem Weg will die Raffinerie das Interesse Jugendlicher für die Naturwissenschaften und Technik fördern und ihre Zukunftsperspektiven verbessern.


Bayer-Forschung

Spezialisierte Netzwerke

Neben optimalen Investitionsbedingungen finden Chemieunternehmen auch ein ausgesprochen aktives Netzwerk von Experten in Form eines Chemie-Interessenverbundes vor. ChemCologne ist eine Brancheninitiative von zahlreichen Chemie-Unternehmen aus dem Kölner Raum, Arbeitgeberverband der Chemischen Industrie, Regio Köln/Bonn und Nachbarn e.V. sowie Stadt Köln und Land Nordrhein-Westfalen, die durch ihre regionale Vernetzung und durch ihre Nähe zu Gewerkschaften und Verwaltungen ein breites Dienstleistungsangebot zur Verfügung stellt.

BioCologne ist ein regionales Netzwerk von Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Infrastrukturanbietern, Finanz- und Beratungsdienstleistern und repräsentiert heute rund 60 Biotechnologieunternehmen. Zu den beachtungswerten Projekten des Netzwerks gehört beispielsweise die internationale Fachkonferenz BioPerspectives: Der Schwerpunkt liegt hierbei beim Technologietransfer im Bereich Life Sciences.
Ein weiteres Netzwerk stellt das überregional auf die Städte Aachen, Bonn, Düsseldorf und Köln ausgerichtete Netzwerk BioRiver dar, das die Repräsentanz der örtlichen BioTech-Unternehmen im internationalen Rahmen fördert.

Seit 2006 bündelt die Initiative HyCologne die Aktivitäten zur Förderung des Energieträgers Wasserstoff in Industrie und Wirtschaft. Inzwischen ist dank der internationalen Aktivitäten die Initiative zur Dachmarke der Wasserstoff-Kompetenzregion Köln geworden und war in dieser Funktion schon auf zahlreichen internationalen Messen der Energiebranche vertreten.

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