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Konsumgüter



Haribo

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Köln ist die Stadt, die die älteste Perfüm-Fabrik der Welt mit dem noch heute bekanntesten Markennamen hervorgebracht hat. Vor 300 Jahren, im Jahr 1709, begann Johann Maria Farina mit der Produktion eines Duftwässerchens, das sich bald in allen Fürstenhöfen Europas größter Beliebtheit erfreute, dem »Eau de Cologne«. Damit wurde die Stadt des »Kölnisch Wassers« weltberühmt.

Im 18. Jahrhundert galt es in Adelskreisen als unschicklich, ja geradezu als schädlich, sich mit Wasser zu waschen. Da kam Farinas Erfindung natürlich genau zur richtigen Zeit; beispielsweise verbrauchte Kurfürst Clemens August von Köln der Überlieferung nach etwa 30 bis 40 Flaschen pro Monat. Zu den Verehrern des »Eau de Cologne« mit seiner Mischung aus Zitrone, Orange, Bergamotte, Mandarine, Limette, Zeder, Pampelmuse und italienischen Kräutern zählte auch Johann Wolfgang von Goethe. Über 200 Jahre lang war Farina mit der Perfüm-Fabrik in der Kölner Innenstadt der Marktführer der Branche, obwohl wegen fehlendem Markenschutz bald zahlreiche Plagiate auftauchten. Napoleon Bonaparte griff ebenso auf das Original zurück wie Jahrhunderte später noch Filmstars wie Marlene Dietrich. Wie das »Kölnisch Wasser« entstand, wie Farina gearbeitet hat und welche einschmeichelnden Düfte außerdem hergestellt wurden, kann man noch heute im historischen Farina-Haus, Obenmarspforten, besichtigen, das mittlerweile als Duftmuseum dient und auch einen reichen Einblick in die Rokoko-Zeit bietet. Farina hat unterdessen 1963 die Produktion seiner mittlerweile 26 Perfüm-Kreationen in den Kölner Süden, nach Rodenkirchen verlegt.

Rund 100 Jahre später begann Wilhelm Mühlhens mit der Herstellung eines deutlich anders duftenden »Kölnisch Wassers«. Nach Namensstreitigkeiten mit Farina wurde diese Kreation - benannt nach der von Napoleons Revolutionstruppen 1797 vergebenen Hausnummer des Firmensitzes in der heutigen Glockengasse - ab 1881 unter dem Namen »4711« berühmt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Mühlhens sogar zum Marktführer in Köln. Auch heute noch zieht das imposante Gebäude in der Glockengasse Touristen und Liebhaber lieblicher Düfte aus aller Welt an.

Mehr als Düfte

Ist Köln damit das Mekka der Duftwässer? Nicht nur, denn in der Region haben sich in den vergangenen Jahrzehnten auch andere Unternehmen aus der Konsumgüterbranche angesiedelt. Internationale Konzerne wie Barilla Wasa oder der französische Wein- und Spirituosenhersteller Pernod Ricard haben Köln als Zentrum ihrer Deutschland-Aktivitäten gewählt. Sie profitieren davon, dass in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie schon lange etliche Traditionsunternehmen von Weltrang in der Region Köln Bonn zu finden sind.

Dazu zählt beispielsweise Stollwerck, ein Unternehmen, das seit 1839 Hustenbonbons produziert, bald darauf aber zu einem der bedeutendsten Schokoladenhersteller wurde. Das war insbesondere auf die rege Export-Tätigkeit zurückzuführen, allerdings auch auf die Automatenproduktion, die die rasant gewachsene Firma über ein Tochterunternehmen in New York durchzog. Selbst im Kinematografengeschäft war Stollwerck ab 1895 kurzzeitig beteiligt.
Ein weiteres Unternehmen aus dem Rheinland ist der Süßigkeitenhersteller Haribo aus Bonn, der 1922 mit der Produktion der heute weltbekannten Gummibären begann. Bis heute befindet sich das Unternehmen in Familienbesitz und beschäftigt an insgesamt fünf Standorten 6.000 Mitarbeiter. Daneben macht Haribo auch durch besondere Aktionen für Kinder von sich reden. Jeden Oktober können Kinder am Bonner Firmenlager gesammelte Kastanien und Eicheln - zugunsten der Winterfütterung von Wildtieren - gegen Hariobo-Waren eintauschen.

In aller Munde

Weniger berühmt, aber trotzdem oft genug buchstäblich in aller Munde sind die Feinkostsalate, Fischprodukte oder Desserts des Familienunternehmens Merl. Seit 1933 stellt die Firma in Brühl ihre Produkte her. Im nahe gelegenen Bergischen Land auf der anderen Rheinseite, genauer in Bergisch-Gladbach, ist Krüger seit 1971 als Produzent von Instant-Produkten, aber auch Schokolade, Sprühprodukten, Brotaufstrich und Pharmazeutika bekannt geworden.




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