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Wirtschaft

Ausländisce Unternehmen im Rheinland

Internationales Rheinland

Ein internationales Handelszentrum ist das Rheinland seit der Antike. Vor rund 2.000 Jahren war Köln bereits die Hauptstadt der römischen Provinz Niedergermanien und Sitz der römischen Statthalter, für einige Jahre sogar der Sitz des Kaisers. Trotz Völkerwanderung gelang es der Stadt in den folgenden Jahrhunderten, als Handels- und Finanzmetropole zu einer der größten und wohlhabendsten europäischen (Hanse-)Städte des Mittelalters heranzuwachsen.

Wahrscheinlich begründet diese historische Erfahrung ein wenig die sprichwörtliche rheinische Neugier, Toleranz und Aufgeschlossenheit allem Fremden gegenüber. Neben den bekannten Standortvorteilen – hervorragende Verkehrsinfrastruktur, qualifizierte Mitarbeiter, Nähe zu den Absatzmärkten – bildet die Mentalität der Rheinländer einen zusätzlichen Aktivposten. Sie macht es internationalen Unternehmen besonders einfach, sich in der Region anzusiedeln; ihre Mitarbeitern finden schneller als anderswo soziale Kontakte und Anschluss an das bemerkenswerte Kultur- und Freizeitangebot des Rheinlands.

Erste Adresse

Kein Standort in Nordrhein-Westfalen ist einer Studie der IHK-Initiative Rheinland zufolge bei ausländischen Investoren so gefragt wie die Region zwischen Bonn und dem Niederrhein. Jedes elfte der gut 420.000 Mitgliedsunternehmen der fünf Industrie- und Handelskammern im Rheinland ist in ausländischem (Kapital-) Besitz. Davon sind 8.558 in das Handelsregister (HR) eingetragen, die übrigen 30.231 sind Einzelunternehmen beziehungsweise sogenannte Kleingewerbetreibende (KGT). Die Unternehmen oder das Unternehmenskapital stammen dabei aus insgesamt 163 Staaten – von A wie Ägypten bis Z wie Zypern. 34 Prozent der im Rheinland ansässigen ausländischen Handelregister- Unternehmen sind im Handel tätig. An zweiter Stelle folgen freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen (25 %), an dritter Stelle das verarbeitende Gewerbe (10 %). Rund 800 ausländische Unternehmen produzieren im Rheinland Autos, Autoteile, Maschinen, Textilien, Na rungsmittel und vieles mehr.
Das Rheinland definiert sich nicht über niedrige Kosten, Finanzhilfen oder Subventionen an- derer Art – es überzeugt als Premiumstandort. Diese Positionierung zeigt einen nachhaltigen Erfolg: So hat der japanische Automobilhersteller Toyota bereits seit über 40 Jahren seinen Deutschlandsitz in Köln, die Ford-Werke produzieren sogar mehr als 80 Jahren an diesem Standort. Seit 1998 ist Köln-Niehl auch der Sitz der Ford of Europe Verwaltung.

Expatriates

Wenn sich über 1 Million Besucher am Düsseldorfer Rheinufer versammeln, ist weder Karneval noch Musik Grand Prix, sondern Japan-Tag, ein eintägiges deutsch-japanisches Begegnungsfest und dabei das weltgrößte seiner Art. In Düsseldorf und in den angrenzenden Gemeinden leben über 8.000 Japaner, überwiegend gutbezahlte Spezialisten und Führungskräfte sowie deren Familienangehörige. Junge Japaner studieren regelmäßig an der Musikhochschule oder der Kunstakademie. Die japanische Business-Community in Düsseldorf stärkt die Wirtschaftskraft der Region, bereichert aber auch das kulturelle Leben. Das gilt beispielhaft für viele andere Nationalitäten, die sich in den letzten Jahrzehnten im Rheinland niedergelassen haben – viele in zeitlich begrenztem Auslandseinsatz für ihre Unternehmen, als Auslandsstudenten oder Gastdozenten an den Hochschulen.

Eine neue Dienstleistungssparte – Relocation Services – hat ein eigenes Geschäftsmodell für die Bedürfnisse der „Expats“ entwickelt und kümmert sich um Anmeldeformalitäten, Umzüge oder die Unterbringung des Nachwuchses im mehrsprachigen Kindergarten oder an einer internationalen Schule. Neben den Lions und Rotariern helfen Business Clubs beim regionalen Networking; die Sparkasse hat in Bonn eine eigene Stiftung für den internationalen Dialog gegründet und betreibt einen Expat-Service im Internet. In Köln bringt das »International House Cologne (IHC)«, von der IHK Köln und dem Rotonda Business-Club 2010 gegründet, internationale Freundeskreise, Clubs, Organisationen und Institutionen, an einen Tisch.


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